Colour & more

Die Farben der Meerschweinchen mit Bildern

(die richtige Farbgenetik fängt unter den Farbfotos an)

ab sofort auch übersichtlicher hier : http://cavia-genetics.beepworld.de/

 

Meerschweinchen gibt es in so vielen wundervollen Farben. Hier zeige ich Ihnen die Farben, die in meiner Zucht vorkommen können. Mein Zuchtziel sind dreifarbige Schweine in beige-safran-weiß. Da es von diesen aber nur ganz wenige gibt, muß ich zunächst meine beige-safran-weißen Tiere mit andersfarbigen Tieren verpaaren und erhalte somit Trägertiere, die meine Wunschfarbe genetisch tragen, aber selbst noch nicht zeigen. Meine Traumfarbe dann wieder herauszuzüchten kann einige Generationen dauern. Das ist der Grund, warum ich oft viele verschiedenfarbige Tiere zur Abgabe habe.

Ganz generell gibt es  in der Meerschweinchen-Farblehre die  Schwarzreihe (schwarz-slateblue-lilac), bzw. die Schokovariante der Schwarzreihe (schoko-coffee-beige)  und vier Farben in der Rotreihe (rot/gold-buff-safran-creme-weiß). Daraus ergeben sich viele, viele Kombinationen. Die Schwarzreihe und deren Schkokvarianten lassen sich allerdings nicht untereinander kombinieren. Bei dreifarbigen Schweinen hat das Schweinchen demnach eine Hauptfarbe aus der Schwarzreihe oder aus der Schokovariante davon, dazu wird dann eine Farbe der Rotreihe kombiniert und die dritte Farbe ist Weiß durch Weißscheckung. Wer genau aufgepasst hat, sieht also, es gibt zwei Sorten "Weiß", einmal in der Rotreihe und einmal als Weißscheckung. Dies sind genetisch zwei unterschiedliche Paar Schuhe, und darum ist es auch so wichtig, zu jedem Zuchtschwein einen Stammbaum zu führen.

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Die Schwarzreihe ist:                             Schwarz (de)  -    Slate Blue  (re) -   Lilac (pe)

Die Schokovarianten davon sind :       Schoko (de)  -   Coffee (re)  -   Beige (pe)

                                        können kombiniert werden mit                 

Der Rotreihe :                               Rot bzw. Gold   -    Buff bzw. Safran   -   Creme  -   Weiß

                                                      Dazu kommt  noch mal extra ggf.  Weiß durch Weißscheckung

 

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Darüberhinaus gibt es auch noch einen Faktor, der es erlaubt, daß jedes Haar eines Schweinchens zwei Farben zeigt, das nennt man agouti bzw. argente, auch hier gilt dieselbe Regel, die Kombination lautet eine Farbe der Schwarz- oder Schokoreihe kombiniert sich mit einer Farbe der Rotreihe. Meine Ivanka z.B. ist schokobuff-agouti, jedes einzelne Haar zeigt also die Farben schoko und buff. Ein silberagouti zeigt z.B. schwarz und weiß auf jedem Haar (und sieht von weitem dann grau = silbern aus, daher der Name).

Die unterschiedlichen Augenfarben von pink (pe) über rubin (re) bis dunkel (de) stehen immer in direkter Beziehung mit dem Grad der Aufhellung der anderen Farben, vorallem der Schwarz-bzw. Schokovarianten davon. Auch der Grad der Aufhellung in der Rotreihe verändert die Augenfarbe, jedoch nur leicht. Je dunkler die Farbe des "schwarzen" Fells, desto dunkler die Augen. Beige und Lilac sind die beidem am stärksten aufgehellten Grundfarben und daher sind hier die Augen jeweils am hellsten, nämlich pink (pe). Wenn ein Tier nur zweifarbig ist und z.B. wie gleich unten zu sehen bei dem ersten Foto ein creme-weiß mit pinken Augen, dann kann man sich sicher sein, daß seine Eltern  lilac oder beige waren bzw. trugen. Selbst, wenn man am Tier selbst kein lilac oder beiges Haar findet, die Augen verraten diese starke Aufhellung, die man inder Genformel wiederfindet.

Aber jetzt erstmal die Farben, die in meiner Zucht neben beige-safran-weiß fallen können oder hier wohnen:

Creme p.e.

gehört zur Rotreihe

Zeigt ein helles, zitroniges Gelb mit pigmentloser Haut und roten (pinken) Augen

Creme d.e.

gehört zur Rotreihe

Zeigt ein helles, cremiges Gelb mit pigmentloser Haut und dunklen  Augen, die bei bestimmtem Lichtteinfall rot schimmern (Feueraugen)

Safran p.e.

gehört zur Rotreihe

Zeigt ein leuchtendes, helles Orange  mit pigmentloser Haut und roten (pinken) Augen. Safran ist salopp gesagt ein buff mit pinken Augen.

Buff d.e.

gehört zur Rotreihe

Zeigt ein sattes Orange mit möglichst pigmentloser Haut und dunklen  Augen, die bei bestimmtem Lichtteinfall rot schimmern (Feueraugen). Bufftiere versucht man aus Schoko (bb) zu ziehen, weil nur dann die Haut so wenig Pigment zeigt. Bei Buff in Verbindung mit BB hat die Haut einen Grauschleier.

Gold p.e.

gehört zur Rotreihe

Zeigt ein leuchtendes Kastanienrot mit pigmentloser Haut und roten (pinken) Augen. Hier folgt demnächst noch ein besseres Bild, dieses ist recht dunkel.

 

Gold d.e.

Zeigt ein samtiges Kastanienrot mit heller Haut und dunklen Augen. Dieses Bild könnte noch etwas roter. Eine kastanienrote Farbe heißt immer gold, außer sie tritt in Verbindung mit schwarz auf. Es heißt also schwarz-rot-weiß oder rot weiß (mit BB) , aber alles andere heißt schoko-gold-weiß, slateblue-gold-weiß, lilac-gold-weiß ectpp.

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Beige p.e.

ist eine helle Schokovariante der Schwarzreihe

Zeigt einen Farbton wie Milchkaffe mit pigmentloser Haut und roten (pinken) Augen. Es ist der höchte Grad der Aufhellung aus der Grundfarbe schoko

Coffee r.e.

ist eine leicht aufgehellte Schokovariante der Schwarzreihe

Zeigt einen Farbton wie Kaffee mit einem Schuß Milch. Ich habe leider kein Foto von einem Coffee, wird nachgereicht. Coffee ist das schoko-Pentent zu Slateblue

Schoko

ist eine dunkle Schokovariante der Schwarzreihe

Zeigt ein dunkles, sattes Braun wie Zartbitterschokolade mit braun pigmentierter Haut und dunklen Augen, die bei bestimmtem Lichtteinfall rot schimmern (Feueraugen)

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Lilac p.e.

gehört zur Schwarzreihe

Zeigt ein helles, kühles Grau mit pigmentloser Haut und roten (pinken) Augen. Es istr der höchte Grad der Aufhellung aus der Grundfarbe schwarz.

Slateblue

gehört zur Schwarzreihe

Zeigt ein mittleres grau, wie der Name sagt: schieferfarben, die Haut ist dunkel pigmentiert, je dunkler, desto erwünschter, die Augen sind rubinrot und werden ebenfalls auf "möglichst dunkel" selektiert

Danke an Katharina für das Foto, ich selbst habe keine slateblue Tiere :-)

Schwarz

gehört zur Schwarzreihe

Das Fell, die Augen und das Hautpigment sind komplett schwarz

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Silberagouti

Das Schwarz gehört zur Schwarzreihe

Das weiße Ticking gehört zur Rotreihe

Die Unterfarbe des Fells ist schwarz, doch jedes Einzelne Haar hat ein weißes Ticking (einen weißen Abschnitt). Der Bauch erscheint weiß. Die Haut ist schwarz pigmentiert, die dunklen  Augen schimmern bei bestimmtem Lichteinfall rot.

Goldagouti

Das Schwarz gehört zur Schwarzreihe

Das rote Ticking gehört zur Rotreihe

Die Unterfarbe des Fells ist schwarz, doch jedes einzelne Haar hat ein rotes Ticking (eien roten Abschnitt). Der Bauch erscheint rot. Die Haut ist schwarz pigmentiert, die  Augen sind schwarz.

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Harlekingesicht

Das Gesicht ist in der Mitte farblich geteilt. Ein echtes Harlekin ist schwarz-creme oder schoko-creme, Skarlett hier ist nun schwarz-rot, aber ich habe kein anderes Bild :-)

gebrindeltes Gesicht

Das Gesicht hat einfarbig schokofarbige Haare und einfarbig buff-farbige Haare, die kreuzbunt durcheinanderwachsen. Brindel kann natürlich auch an allen andern Körperteilen auftreten.

abgegrenzte Farbfelder

Diese Farbfelder sind jeweils in sich homogen und durch eine scharfe Kante von der jeweils anderen Farbe abgegrenzt. Das ist bei mehrfarbgen Tieren idR erwünscht, außer bei gezielt gezüchtetem brindel, magpie und harlekin.

 Wer die ganze wunderbare Farbenvielfalt mal sehen möchte, der guckt beim OMNC unter Rassestandard.

 

 

 

 

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Diese Seite ist folgendermaßen gegliedert:

1. Kleiner Einstieg

2. Der Lagenlook

3. Die Kürzel von A-S

4. Anwendungsbeispiele: Formeln von Zuchttieren herausfinden

5. Anwendungsbeispiel: Verpaarung

5. Testaufgaben, um Tieren Formeln zuzuordnen

6. Hilfe, mir ist da was ins Nest gefallen......

7. FAQ

Der kleine Farbgenetik-Erklärbär für Anfänger

Einstieg

 

 

Farbgenetik ist ansich gar nicht so schwer. Jedenfalls das, was wir für die Errechnung der möglichen Farben brauchen, ist sehr vereinfacht und umfasst insgesamt nur sieben Faktoren. Ich versuche sie hier möglichst ganz ohne Fachbegriffe zu erklären. Seinerzeit  habe ich mir kleine Farbschablonen aus Tonkarton gebastelt, um es mir und anderen besser erklären zu können. Diese werde ich nun hier auch verwenden in meinen Fotos. Das ist unser erstes Hilfsmittel. Unser zweites Hilfsmittel sind TicTacToe Kästchen. Die seht ihr nachher weiter unten bei der Anwendung.

Grundsätzlich funktioniert Vererbung (vereinfacht) so, daß für jedes Merkmal eines Schweinchens zwei Informationen von nöten sind. Die eine Information erbt das Schweinchen von seiner Mutter, die andere Information erbt es von seinem Vater. Manchmal kann es sein, daß ein Schweinchen von Vater und Mutter dieselbe Information erbt, dann ist dieses Schweinchen anschließend reinerbig, was diesen Punkt betrifft. Das ist die einfachste Variante. Manchmal erbt ein Schweinchen von der Mutter eine andere Information für ein gewisses Merkmal als vom Vater, dann ist es in dem Punkt mischerbig und nun kommt es darauf an, welche dieser beiden Informationen die "dominantere" ist, die dann dieses Merkmal im Phänotyp (= optisch) bestimmt. Wichtig ist zu wissen: egal, wie das Schweinchen aussieht, ob es überhaupt optisch alle dieser insgesamt sieben Faktoren zeigt, genetisch trägt es immer für jeden dieser sieben Punkte zwei Informationen in sich. (wenn man so will sind es 14, jeweils paarweise)Immer. 

Jedes Elternteil gibt eine von seinen eigenen zwei Informationen an den Nachwuchs weiter, die Kombination hätte also auch anders aussehen können. Darum sehen ja auch Geschwister oft unterschiedlich aus.

 

 

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Der Lagenlook

Als erstes muß man wissen, wie die Farben auf einem Schweinchen "angeordnet" sind. Es gibt da eine klare und einfache Reihenfolge. Man kann sagen, daß jedes Schweinchen im Zwiebellook rumläuft und drei Lagen hat, auf denen sich die Farben zeigen können. Egal, ob ein Schweinchen einfarbig, zweifarbig oder dreifarbig daherkommt, es hat immer die kompletten genetischen Informationen für alle drei Lagen (!). Dies habe ich mit meinen "Schablonen" nachempfunden: 

Die unterste, tiefste Lage ist IMMER eine Farbe der Rotreihe (Lage 1) , also rot, gold, buff, safran, creme oder weiß. Hier sieht man schön diesen bunten Farbenfächer. Eine dieser Farbe trägt Schwein also "drunter", ob man es von außen sieht oder nicht spielt dabei keine Rolle, die unterste Farbschicht ist eine dieser Farben:

 

 

 

Die "Unterwäsche" des Schweinchens  hat eine dieser Farben, ob es sie nun offenherzig zeigt oder nicht, es trägt auf jeden Fall was schickes drunter ;-) . Was genau bestimmen nachher die C-Faktoren.

Ihr seht, da kommen noch mehr Buchstaben, und die Farbe weiß gibt es sogar dreimal, creme gibt es zweimal (hab leider nur eine Pappe für creme auf dem Bild). Aber erstmal müsst ihr verinnerlichen, daß dies die unterste Farbschicht eines jeden Schweinchens ist, eine dieser Farben vom Fächer der Rotreihe ist bei jedem Sachwein die unterste Schicht. Manchmal werde ich im Text von "rot" in Anführungszeichen sprechen, dann meine ich damit eine Farbe der Rotreihe, kann also ausgetauscht werden durch buff oder creme oder weiß ect., liest sich dann aber einfacher. :-)

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Über diese Farbe legt sich als nächstes eine Farbe aus der Schwarzreihe- bzw. eine Schokovariante davon (Lage 2) . Bei Schwarzreihe wären das schwarz, slate blue oder lilac, oder bei Schokovariante wären das schoko, coffee oder beige .  Eine dieser sechs Farben bildet die zweite Schicht. Diese zweite Schicht legt sich erstmal flächendeckend über die erste Schicht aus der Rotreihe. Verschiedene Faktoren können dann nachher bewirken, daß die zweite Schicht  "Lücken" lässt, so daß man die darunterliegende Farbe der Rotreihe wieder sieht oder auch, daß diese zweite Schicht wieder komplett verdrängt wird. Diese Faktoren erkläre ich weiter unten. Aber die genetische Buchstabenformel für diese zweite Lage besitzt das Schweinchen ebenfalls immer. Diese zweite Schicht bestimmt nachher auch die Haut- und Augenfarbe des Schweinchens.

 

Hier legt sich die zweite Lage über die erste. Ich habe fürs Bild schwarz und rot ausgewählt, es kann aber auch unten jede andere Farbe aus dem Fächer der Rotreihe liegen und daüber jede andere Farbe aus dem Fächer der Schwarz- bzw. eine Schkokvariante davon (s. nächstes Bild).

 

Eine dieser Farben bildet die zweite Schicht, man kann es nicht so gut lesen, es sind : schwarz, schoko, slateblue, coffee, lilac oder beige.

Ob die Farbe bräunlich oder gräulich wird, ob sie dunkel oder verdünnt erscheint, das bestimmen zwei Faktoren: B und P. Diese beiden Faktoren gehören nachher also immer zusammen und bestimmen die Farbe der zweiten Schicht. Aber dazu später mehr....

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Ich zeige Euch jetz erstmal noch die dritte Schicht unsers Schweinchens. Die ist GsD nur noch ganz simpel. Die dritte Schicht ist die Weißscheckung (Lage 3) , das sind weiße Flächen, die sich einfach von oben auf das eigentlich fertige Schweinchen drauflegen. Das können ein paar weiße Härchen sein oder auch große weiße Flächen. In welcher Größe  und an welcher Stelle die Weißscheckung auftritt, vererben ebenfalls die Eltern, es gibt offenbar verschiedene Wirkungsbereiche bei Weißscheckung: für die weiße Blesse, für weiße Füße, für Bauch, Beine, Po.... Wie und wo die Weißscheckung auftritt, werde ich hier nicht behandeln und kann ich auch gar nicht, wir begnügen uns jetzt hier damit, daß es Weißscheckung auf dem Schweinchen gibt, oder eben auch nicht. Wer aber genau aufgepasst hat, der bemerkt: wenn sich die Weißscheckung ÜBER das Schweinchen legt, dann kann sie womöglich andere Farbfelder komplett überdecken, wenn sie zufällig großflächig genau über einer anderen Farbe landet.(!)

 

Die letzte Schicht legt sich über das Schweinchen: die Weißscheckung. Oder eben auch keine Weißscheckung. Dann läge dort eine eine komplett durchsichtige Folie. Denn die Information "keine Weißscheckung" hat das Schweinchen ja trotzdem.

Ich habe die Schablonen etwas versetzt hingelegt, damit man alle drei Schichten erkennen kann.

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So, das sind die drei Schichten. Unten Rotreihe, darauf Schwarz- bzw.Schokovariante und zum Schluß Weißscheckung. Jetzt fangen wir mit den richtigen Buchstaben an. Da gehen wir ganz gemach nach dem Alphabet. Wenn ihr die alle kennt, zeige ich unten, wie man sie anwendet.

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Die Kürzel

 

Jetzt zeige ich Euch erstmal alle sieben Faktoren, sie werden mit Buchstaben abgekürzt, damit man fürs Schweinchen eine kurze, übersichtliche Formel definieren kann.

A bestimmt die Wildfärbung, also ob das Tier agouti ist, solidagouti, loh oder nonagouti

B bestimmt, ob das Tier zur Schwarz (bzw. slateblue oder lilac) oder Schoko (bzw. coffee oder beige) Variante gehört

C bestimmt die Farbe der Rotreihe, also rot, gold, buff/safran, creme oder weiß

E bestimmt, wie die schwarzen und roten Farben auf dem Schwein sichtbar werden

P bestimmt, ob die Farbe der Schwarz- bzw  Schokovariante verdünnt wird

Rn bestimmt, ob das Tier ein Schimmel bzw. Dalmatiner ist oder nicht

S bestimmt, ob das Tier Weißscheckung hat oder nicht

 Eine vollständige Formel sieht dann nachher so aus, daß es von jedem Buchstaben ein Pärchen gibt, z.B. ganz einfach so:      AA  BB  CC  EE  PP  rnrn  SS

 (RnRn deshalb nicht, weil diese Tiere nicht lebensfähig sind, dazu unten mehr.)

 

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Die einzelnen Faktoren

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A = Agoutifaktor

A wie : bist Du agouti?

Dominanzreihe :

A = agouti/argente

ar = solid agouti/at = lohfarben

a = nonagouti

Agouti ist die Wildfärbung unserer Schweinchen, sie bewirkt, daß jedes einzelne Haar zweifarbig ist, und zwar "schwarz-rot-schwarz", außer am Bauch, der "rot" scheint mit "schwarzem" Haaransatz. Wildfärbung kann man an einem Schweinchen nur dann optisch sehen, wenn es überhaupt Haare zeigt, die zur Schwarz- oder Schokoreihe, also zur zweiten Schicht gehören.

Nach unserem Lagen-Schema bedeutet das, daß jedes einzelne Haar, das schwarz/slate/lilac/schoko/coffee/beige ist, eine kleine Lücke lässt, so daß man an jedem Haar die darunterliegende Farbe der Rotreihe sieht. Oben bei den Fotos sieht man es gut. Das Haar ansich ist schwarz, das Ticking ist rot bei einem goldagouti. Das schwarze Haar hat also eine kleine Lücke gelassen, durch die man das darunterliegende Rot leuchten sieht. Bei einem silberagouti schlußfolgern wir somit, daß die unten liegende Lage weiß(!) sein muß, denn das Haar von einem silberagouti ist ansich erstmal schwarz und was aus dem Ticking hervorblitzt ist weiß. So funktioniert Agouti. Dabei kann jede Farbe der Rotreihe unten liegen und jede Farbe der Schwarz-bzw. Schokovariante darüber liegen. Daraus ergeben sich eine Menge Kombis, ich schreibe die gängigsten grad hier auf:

Argente ist wie agouti ebenfalls groß A, nur zeigt es Tipping statt Ticking. Es kommt bei den helleren Farbe vor wie z.B. slateblue-safran-argente oder beige-weiß-argente. Beim Tipping hat jedes einzelne Haar eine andersfarbige Haarspitze, z.B. das Haar ist beige, die Spitze ist weiß. Wenn ich im weiteren Text von agouti spreche, dann kann auch argente gemeint sein. A bewirkt immer agouti/argente, es kommt dann auf die Farbkombination an, ob es sich dann real als agouti oder argente ausprägt. Die Namen werden oft einfach zusammengesetzt. Z.B. lilac-gold-argente oder beige-creme-argente oder slateblue-gold-argente ect...

Solidagouti ist ein dunkleres Agouti, die Lücke für das  Ticking ist quasi kürzer, bei dem der Bauch ebenfalls komplett agouti getickt ist. Solidagoutis wirken also dunkler als normale Agoutis, bei solid Babys ist das Ticking teilweise noch gar nicht wirklich zu erkennen.

Lohfarben sind Schweinchen, deren Bauch und Maske (Abzeichen an den Augen, den Ohren und der Schnute) "rot" scheinen, während die restlichen Haare einfarbig "schwarz" sind. Die "roten" Haare haben dabei aber einen "schwarzen" Haaransatz, sie sind also getippt. Ein Lohtier mit roten bzw. goldenen  Abzeichen nennt man "tan", eins mit buff-farbenen Abzeichen nennt man "lux", mit cremefarbenen Abzeichen heißt es "otter" und mit weißen Abzeichen heißt es "fox". Die Namen werden einfach zusammengesetzt, z.B. ein Schweinchen in schwarz mit goldenen Abzeichen heißt schwarz-tan (black-tan), in schoko mit cremefarbenen Abzeichen heißt es schoko-otter, in slateblue  mit weißen Abzeichen heißt es slateblue-fox usw. . Schwarz mit weißen Abzeichen nennt sich silver-fox, angelehnt an silberagouti.

Nonagoutis sind Schweinchen, die keine Form von Wildfärbung, also kein agouti/argente/solidagouti/lohe in der zweiten Farbschicht zeigen. Sieht man die zweite Farbschicht aber gar nicht im Fell eines Schweinchens, dann muß man im Stammbaum gucken, ob das Tier trotzdem eine Form von agouti geerbt haben könnte. S.u. "verdeckte Agoutis" .

 

Groß A ist dominant über alle anderen Formen, erbt ein Schweinchen beim A-Faktor auch nur ein großes A, dann ist es optisch ein Agouti, auch wenn es vom zweiten Elternteil vieleicht ein ar, at oder a geerbt hat. Ein reinerbiger Agouti ist AA, aber woher soll man das wissen, ein optischer Agouti  kann ebenso Aar, Aat oder Aa sein und ist optisch immer agouti, da A über alles dominiert. Reinerbigkeit kann man durch Testverpaarungen einkreisen. Im Umkehrschluß hat jedes Tier, daß kein Agouti in der zweiten Farbschicht zeigt, auch kein groß A und kann von seiner Seite aus auch kein Agouti vererben.

ar und at sind weniger dominant als A, hat man also einen Solid oder ein lohfarbenes Schweinchen, weiß man: dieses Tier hat schon mal kein A, denn das wäre noch dominanter  und würde das Schweinchen optisch zu einem normalen Agouti machen. Ein Solid hat also ein ar und als zweite Information entweder wieder ein ar, dann ist es ein reinerbiger solid, oder es hat als zweite Information ein klein a, das sich dem ar unterordnet. Dann ist dieser Solid mischerbig. Gleiches gilt für ein Lohschweinchen. Reinerbig wäre es bei atat.

Theoretisch ist es auch möglich, daß ein Schweinchen arat ist, also eine Information für loh, eine für solid hat. Die beiden haben gegenseitig keine Dominanz, so ein Schweinchen hat von jedem ein bisschen, es ist ein Solid-Loh-Schweber und zeigt ein Solidagouti mit Maske.

Ein aa ist ein  Nonagouti Schweinchen, das also optisch keinerlei agouti, solid oder loh im "schwarzen" Fell zeigt, das ist immer reinerbig, nonagouti kann auch nur klein a vererben.

Dann gibt es noch die verdeckten Agoutis. Es gibt ja durchaus Tiere, die gar keine Farbe der Schwarz- bzw. Schokoreihe im Pelz zeigen und darum hat das Fell auch gar keine Chance, agoutifarbend zu sein. Z.B. ein rotes Schweinchen. Trotzdem kann dieses Schweinchen genetisch groß A sein, ggf. sogar reinerbig mit AA, es hat nur einfach keine Chance, das im Fell zu beweisen. So ein "verdeckter Agouti" kann also durchaus das große A vererben, auch wenn man es ihm nicht ansieht, und ggf. dann Agoutikinder zeugen.

 

 

Ist natürlich nur gebastelt...die kleinen Ausschnitte symbolisieren das Ticking des Agoutis in jedem einzelnen Haar. Daraunter sieht man die Farbe der unteren Schicht burchblinzeln, außerdem ist der Bauchstreifen in derselben Farbe zu sehen.

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B = Schwarz- oder Schoko-Reihe

B wie : bist Du bräunlich ?

Dominanzfolge:

B = Schwarzreihe

b = Schokovariante

Der B-Faktor bestimmt, ob ein Schweinchen zur Schwarzreihe oder einer Schokovariante davon gehört. Schwarz und schoko haben ansich dieselben "Ausgangspigmente", nur bei bb-Tieren sind diese auf eine bestimmte Weise miteinander verklebt, so daß der Farbton warm und rötlich anstatt kalt und grau erscheint. Dies geschieht sowohl im Fell als auch in der Haut und in den Augen. Man nennt bei Schokoktieren die Augen oft "Feueraugen (fe)" , da die Augen das Licht stärker durchlassen durch die Pigmente, die im Auge zu kleinen Klumpen zusammengeklebt sind. Offiziell gehören die Augen von Schokotieren jedoch zu den de.

Ein Tier, das eine Fellfarbe aus der Schwarzreihe zeigt oder wenn es, falls man keine Haarfarbe der Schwarz- oder Schokovariante sehen kann, (weil es z.B. einfarbig rot oder creme ect ist) schwarze Pigmente an der Haut zeigt, ist auf jeden Fall B, ob die zweite Information dann ebenfalls B ist, also das Tier reinerbig BB, kann man nur erahnen und hoffen, gut selektieren und stets mit Tieren verpaaren, die ebenfalls B sind. Denn auch Bb Tiere sind optisch erstmal schwarz/slate/lilac, da B über b immer dominant ist. Wer immer nur schwarz x schwarz oder slate x slate oder lilac x lilac verpaart seit Generationen, und nie fällt etwas anderes als schwarz, slate oder lilac, der darf sich recht sicher sein, daß seine Tiere BB, also reinerbig sind. Aber nur recht sicher, 100% Garantie gibt es nie.

Verpaart man absichtlich ein Schwarzreihentier  mit einem Schokovariantentier, und der Nachwuchs ist "schwarz", dann hat der Nachwuchs Bb. Entsteht aus einer solchen Verpaarung ein "schoko" Tier, dann weiß man, daß das schwarze Elternteil bereits klein b getragen hat, also bereis  Bb war. Dies ist besonders penibel bei der Zucht von slateblue und lilac zu bedenken, denn diese beiden Farben bekommen optisch einen Brauchstich, wenn sie Bb sind, das ist jedoch absolut nicht erwünscht, slateblue und lilac sollen ein ganz kaltes, klares Grau zeigen. Ein klein b ist also absolut verpönt in Slatetieren und Lilactieren oder Zuchttieren, die man für diese Farben einsetzen möchte.

Tiere, die im Fell eine Farbe der Schokovariante  zeigen oder schokotypische Pigmente an der Haut sind bb. Schokovarianten unterreinander verpaart ergibt also immer eine Farbe der Schokoreihe. Wie praktisch ;-)

 

 

Alle Tiere mit bb sind in der Schokoreihe, also schoko, coffee oder beige.

Alle Tiere mit einem groß B oder gar reinerbig BB gehören zur Schwarzreihe, also schwarz, slateblue oder lilac.

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C = Farbe der Rotreihe

C wie : wie chic bist Du untendrunter ?

Dominanzfolge:

C = rot oder gold

cd, cr, ca hier gibt es keine Dominanzreihe, es ergeben sich einfach ganz viele Kombinationen: 

 

cdcd = buff bzw. safran

cdcr = creme

cdca= creme

crcr = weiß

crca =weiß, verändert die Schwarzreihe/Schokovariante davon, so sie zu sehen ist, zu marder/sable (sable ist das englische Wort für marder)

caca = weiß, verändert die Schwarzreihe/Schokovariante, so sie zu sehen ist, zu Himalaya

Der C-Lokus hat die meisten Variationsmöglichkeiten, hier gibt es vier Informationen, die alle untereinander kombinierbar sind : das ist ganz schön viel, und im echten Leben weiß man auch nicht immer, welche Information das Schweinchen nun wirklich hat, da man optisch nicht immer alles unterscheiden kann, z.B. : bist Du dunkles creme oder helles buff? Da hilft dann nur Erfahrung, aber wäre sonst ja auch zu einfach...und und ab und an helfen die Ü-Eier :-) .

C ist dominat über alle anderen kleinen c's. Zeigt ein Tier also rot oder gold (rot nennt man die Farbe nur  in Verbindung mit schwarzem Pigment, ansonsten heißt sie in immer gold, hab ich mir nicht so ausgedacht..), dann hat es auf  jeden Fall ein großes C, welcher zweite Buchstabe  hinter dem groß C steht, kann man auch hier nicht 100% wissen, nur hoffen. Auch hier gilt: wer immer nur gold x gold bzw. rot x rot verpaart seit Generationen, und nie fällt etwas anderes als gold bzw rot, der darf sich recht sicher sein, daß seine Tiere CC, also reinerbig sind. Aber nur recht sicher, 100% gibt es nicht.

cd macht aus rot bzw. gold die Farbe "orange". In reinerbiger Form cdcd macht es also richtig schön sattes, oranges buff bzw. in Verbindung mit roten Augen ein etwas helleres aber auch schön orangenes safran. Safran und buff sind also immer reinerbig, verpaart man ein Tier mit buff bzw. safran mit noch einem Tier mit buff bzw. safran, entsteht immer buff bzw. safran, etwas anderes als cd können beide Eltern ja nicht vererben, daher heißt das Ergebnis immer cdcd.

cr macht aus rot  bzw. gold die Farbe "weiß". Ein reinerbiges crcr ist also auf seiner ersten  Lage weiß. Die Kombi crcr ist gewünscht bei silberagouti oder magpie.

ca macht aus rot bzw. gold auch die Farbe  "weiß". ca ist aber ein noch stärkerer Aufheller als cr, und  das obwohl cr ja auch schon rot zu weiß aufhellen kann. ca ist aber der Superaufheller.

Da cd "orange" macht und cr "weiß", macht die Kombi aus den beiden, also cdcr ein sehr zartes orange, nämlich das creme. Creme istr demnach eine Mischfarbe und nie reinerbig!

cd macht in Kombi mit ca, also cdca , ein helles creme, noch zarter als das cdcr creme. Jedenfalls in der Theorie. Mit bloßem Auge wird man cdcr-creme und cdca-creme nicht immer unterscheiden können. Beide creme-Sorten sind also immer mischerbig (!) und können untereinander verpaart auch andere Farben bringen, nämlich buff  und weiß.

ca macht in Verbindung mit cr, also crca, auch weiß, die enorme Aufhellungskraft des ca in der Kombi bewirkt jedoch zusätzlich, daß das Tier, falls es Farben der Schwarz bzw. Schokoreihe zeigt, zum Marder (sable) wird. Das bedeutet: die unterste Lage wird weiß und die darüberliegende Farbe aus schwarz bzw schoko wird außer am Kopf und an den Füßen auch noch mit aufgehellt, sie wirkt dann am Körper verwaschen und fad, ein schwarzmarder wirkt sogar braunstichig. Agoutis bekommen durch crca leicht eine Brille, was nicht erwünscht ist. crca Schweinchen haben eine ziemlich starke Glut in den Augen, was oft für Verwirrung sorgt.

caca in reinerbiger Form ist die stärkste Kraft zum Aufhellen, es ist so stark, daß es nicht nur sowieso auf der untersten Schicht rot zu weiß werden lässt, es lässt auch alles andere am Schwein zu weiß werden bis auf die Füße, die Ohren und die Nase. Das ist dann ein Himalaya. Selbst die Augen werden dann rot (pe), obwohl das Tier ansich z.B. schwarz war. caca ist wie Danklorix....!

Alle kleinen Buchstabenkürzel bei C haben auch einen indirekten Einfluß auf die Schwarz- bzw. Schokofarbe, sofern das Schweinchen diese zeigt. Je stärker die rote Farbe aufgehellt ist, desto verwaschener wirkt auch das schwarz bzw. schoko,  bei schwarz heißt das aufgehellte dann nicht mehr schwarz, sondern Sepia und sieht dann eher anthrazit aus. Für ein verwaschenes Schoko aufgrund von c-Faktoren gibt es keinen extra Begriff, höchstens "schlechtes schoko".  Züchterisch ist man natürlich bemüht, die Farben trotz der klein-c-Aufhellungen möglichst kräftig und leuchtend zu halten - gar nicht so einfach.....

 

 

 

Jetzt machen auch die kleinen Buchstaben Sinn. Welche dieser Farben die unterste Lage bildet, bestimmt die C-Buchstaben-Kombination des Schweinchens:

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E = Farbanordnung

E wie : bist Du mit Edding bemalt?

Dominanzfolge:

E = das ganze Schweinchen wird vollständig von Schwarz bzw. einer Schokovariante bedeckt

ep = das Schweinchen wird unvollständig von Schwarz bzw. einer Schokovariante bedeckt

e = das Schweinchen wird überhaupt nicht von Schwarz bzw. einer Schokovariante bedeckt

 

Bei  groß E legt sich die zweite Lage aus Schwarz- bzw. Schokovariante flächendeckend über das gesamte Schweinchen, von Kopf bis Fuß. Nur wenn das Tier zusätzlich ein Agouti ist, kann man die darunterliegende Farbe durch das Ticking hindurch erkennen, ansonsten bleibt sie einem verborgen. So ein Schwein kann natürlich trotzdem Weißscheckung haben, die kommt ja dann ggf. als Sahnehäubchen darüber, aber mehr sieht man dann auch schon nicht mehr. Z.B. einfarbig schwarz, slateblue-weiß, beige-weiß, das wären Beispiele für ein groß E Schweinchen. Groß E ist dominant über ep und e, es reicht also, wenn ein Schwein ein groß E hat, um flächendeckend eine Farbe der Schwarzreihe bzw. einerSchokovariante davon zu zeigen.

Groß E haben auch ungescheckte Agoutitiere, ungescheckte Lohtiere und "gute" Himalayas, auch sie sind alle komplett flächendeckend von "schwarz bzw schoko" überzogen, bei den Agoutis und Lohtieren gewährt die Wildfärbung eine Einsicht in die darunterliegende Schicht durch das Tickung, bei Himalayas sollte das komplette Tier mit schwarz/schoko bedeckt sein, also groß E haben, da eine Scheckung ggf. ausgerechnet an den Points liegen könnte und die Points dann weiß wären und nicht durchgefärbt.

ep ist der Faktor, der Lücken/Scheckung in die zweite Lage schneidet, hier wird das Schweinchen zwar von der zweiten Lage bedeckt, jedoch mit div. Löchern im Mäntelchen, so daß man durch diese Löcher hindurch die unterste Farbschicht sehen kann. Diese Löcher können großflächig geschnitten sein wie z.B. bei einem Schildpatt oder aber auch wie von Motten zerfressen überall mit hunderten kleiner Löcher, das nennt man dann gebrindelt. ep ist dominant gegenüber e, ein Schweinchen mit epe zeigt also Scheckung, kann aber ggf. auch klein e vererben. Ein Schweinchen mit epep zeigt erfahrungsgemäß oft weniger Rotscheckung als ein Schweinchen mit epe. Ich könnte z.B. wetten, daß die beiden Mädchen vom S-Wurf epe sind. Die ep-Scheckung werde ich im fortlaufenden "Rotscheckung" nennen, das ist ihr offizieller Name.

 ist quasi der totale Verdrängungsfaktor, e bewirkt, daß sich überhaupt keine zweite Lage über dem Schweinchen ausbreitet. So ein Schweinchen ist immer reinerbig ee . Das bedeutet nicht, daß dieses Schweinchen keine genetischen Informationen für die Farbe der zweiten Lage hat, sondern nur, daß diese Lage nicht in Erscheinung tritt. Beispiele für ein ee Schweinchen sind: einfarbig rot, einfarbig creme, einfarbig buff, einfarbig weiß, oder das alles auch mit Weißscheckung (rot-weiß, buff-weiß ect). Daß die Information für die Farbe der verdrängten zweiten Lage ja dennoch vorhanden ist, kann man auch an der Augen- und Hautpigmentierung erkennen. Z.B. ein rotes Schweinchen, dessen zweite Lage eigentlich schwarz gewesen wäre, hat trotzdem dunkle Augen und schwarzes Hautpigment. Ein rotes Schweinchen hingegen mit pe und farbloser Haut zeigt, daß es in der zweiten Lage lilac oder beige sein muß, es wird dann auch nicht mehr rot, sondern gold genannt.  Ein cremefarbenes Schweinchen, das dunkelgrau pigmentierte Ohren zeigt, ist "entlarvt", denn daran sieht man, daß die "verdrängte" Farbe schwarz gewesen sein muß. Da bei cremefarbenen Tieren pigmentlose/fleischfarbene Haut erwünscht ist, versucht man, creme aus Tieren zu ziehen, die bb, also schoko sind, denn diese haben dann eine gefälligere "rosane" Hautfarbe passend zum warmen, samtigen Cremeton.

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*kleiner Exkurs zu magpie*

Magpie ist eine Farbe, die begeistert, das sind schon ganz besondere Schweinchen. Darum müsste man meinen, es gäbe einen besonderen "Magpie-Faktor" ähnlich vielleicht einem Schimmelfaktor. Dem ist aber nicht so. Ein Magpie ist ein Schweinchen, dessen unterste Farbschicht weiß ist, also crcr in Buchstaben gesprochen. Könnte auch crca sein, dann wird es ein marder-magpie mit aufgehelltem Körperfell, das ist aber nicht so gewollt. Über diese weiße crcr-Unterschicht legt sich nun die zweite Farb-Schicht, nehmen wir mal einen Schwarz-magpie, dann legt sich jetzt schwarz darüber. Aber nicht flächendeckend, sondern mit ep, also mit Lücken in dem Schwarz. Im Prinzip wie auf dem mittleren Bild da oben. Allerdings hat das Schwarz viele, viele, viele kleine Löcher und auch mal größere und wieder hundert kleinere, so daß sowohl größere weiße Flächen zu sehen sind also auch ganz viele kleine, sprich brindel. Diese besonders "wilde" Form der Scheckung beruht allein auf Selektion! Da gibt es keinen Zauberfaktor, der diese tollen Zeichnungen erschafft. Und noch etwas: ein gutes Magpie hat keine Weißscheckung, die sich dann über die womöglich tolle Zeichung legen würde. Auch größere weiße Flecken kommen ebenfalls allein durch die besondere ep-Scheckung. So sollte es jedenfalls sein. Idealerweise hat ein Magpie auf jeder Körperseite ein großes (in unserem Fall) schwarzes Feld, ein großes weißes Feld und ein großes gebrindeltes Feld. Dazu ist sein Gesicht farblich in zwei Hälften geteilt (schwarz/weiß). Und diese Zeichnung kommt über Selektion und das ohne Weißscheckung. Hut ab. Es gibt andersrum also auch viele Tier, die genetisch magpie sind (die crcr haben und ep und keine Weißscheckung SS) und haben aber trotzdem keine schöne Zeichnung, sie sehen dann aus wie "banale" schwarz-weiße Schweinchen, obwohl man sie genetisch als magpies identifizieren müsste.

Ein Schweinchen mit genau so einer Zeichnung, bei dem aber die untere Schicht creme ist statt weiß nennt man Harlekin.

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P = Verdünnung von schoko oder schwarz

P wie : bist Du pastell?

Dominanzfolge:

P = keine Aufhellung

pr = Aufhellung von schwarz zu slateblue  bzw.von schoko zu coffee

p = starke Aufhellung von schwarz zu lilac bzw.von schoko zu beige

 

Mein Lieblingsfaktor, schließlich bestimmt er doch, ob aus schoko beige wird. :-)

P ist dominat über die anderen beiden Faktoren, hat ein Tier also ein groß P, dann ist es schwarz oder schoko. Und damit meine ich diesmal nur schwarz bzw. schoko. Die Augen sind dunkel, einzige Ausnahme ist der Himalaya, bei dem durch den C-Faktor caca die Augen schon rot werden, selbst wenn er ansich groß P ist und z.B. ein schwarz-Himalaya. Das istr aber die einzigste Ausnahme. Ein reinerbiges dunkles Tier ist PP, aber auch hier wie immer gilt, 100% Gewissheit kann man da nicht haben. Ein dunkles P-Tier kann also auch Ppr oder Pp sein. Ich habe z.B. ganz viele Tiere, die Pp sind, nämlich wenn ein Elternteil beige war ( bb pp) und ein Elternteil schoko (bb PP), dann sind alle Babys bb Pp, sehen schoko aus, tragen beige. Manchmal haben diese Tiere ein recht helles schoko, das schon andeutet, daß diese Tiere p tragen, kann sein, muß aber nicht so sein. Ein P-Tier hat dunkel pigmentierte Haut passen zu seiner Fellfarbe.

pr ist der Faktor, der eine leichte Verdünnung bewirkt  von schwarz zu slateblue bzw. von schoko zu coffee. pr ist dominant gegenüber p, ein Tier mit  BB prp ist also erstmal ein slateblue, aber auch hier kann u.U. das kleine p bewirken, daß das slateblue recht hell wirkt. Erkennt oder weiß man das, nennt man diesse Tiere dann Slateblue-Lilac-Schweber. Die Augen von einem pr Tier sind rubinrot, man selektiert auf möglichst dunkle Rubinaugen. Ein pr hat pigmentierte Haut, die ebenfalls möglichst dunkel sein soll.

pp ist nun endlich das Wunderwerk, daß aus einem gewöhnlichen schoko ein beige zaubert und aus einem schwarz ein lilac. pp-Tiere sind auf diesem Faktor ist immer reinerbig, es kann sich nichts anderes mehr dahinter verstecken. Ein pp hat unpigmentierte, rosa  Haut und pinke Augen.

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Nun gibt es ja auch Tiere, die durch ee die zweite Farbschicht komplett verdrängt haben, so daß man diese Schicht gar nicht mehr sieht. Dann sieht man natürlich auch nicht, ob die Fellfarbe dieser Schicht irgendwie verdünnt ist....hmm....Wie wir oben schon gelernt haben, trägt das Schweinchen trotzdem alle genetischen Informationen für diese unsichtbare Schicht. Und wir wissen auch bereits, daß sich diese Schicht trotzdem indirekt durch die Haut- und Augenfarbe preisgibt.

Ein einfarbig rotes Tier mit schwarzer Haut und schwarzen Augen hätte als zweite Farbschicht die Farbe schwarz gehabt, und ist demnach groß P. Auch ein goldenes Tier mit dunklen Augen und hellbrauner Haut ist groß P. Die Farbbezeichnung lautet dann gold d.e. Bei dem roten Schweinchen mit dunklen Augen spart man sich das Anhängsel "d.e.", da es die Bezeichnung rot immer nur in Verbindung mit einer zweiten Schicht in schwarz gibt, und deshalb rot d.e. doppeltgemoppelt wäre.

Dasselbe gilt für die anderen Farben der untersten Schicht wie buff, creme oder weiß, wenn diese Tiere dunkle Augen haben, dann sind sie groß P. Diese Farben werden meist aus Schoko- Tieren gezüchtet, damit sie eine wärmere und hellere Hautfarbe haben...buff mit rosa Ohren sieht halt lieblicher aus als buff mit grauen Ohren. Laut Standard. Die Farbbezeichung heißt hier buff d.e. oder creme d.e. oder weiß d.e.

Wenn ein komplett gold, buff, creme oder weißes Tier nun Rubinaugen zeigt, dann wird die "verdrängte" Farbe slateblue bzw coffee gewesen sein, also ist es pr. Die Farbe buff nennt man ab diesem Zeitpunkt dann safran. Es heißt also z.B. slateblue-safran-weiß und nicht slateblue-buff-weiß. Her bezeichnet man die Schweinchen dann als gold r.e., safran r.e., creme r.e. oder weiß r.e.

Ein komplett gold, safran, creme oder weißes Schweinchen mit pinken Augen hatte dann als verdrängte Farbe lilac oder beige und ist demnach pp. Hier ist die Farbbezeichnung entsprechned gold p.e., safran p.e., creme p.e. oder weiß p.e. Da diese Tiere (möglichst) pigmentlose Haut haben, kann mn an der Hautpigmentierung nicht erkenen, ob es ein verdrängtes lilac oder beige ist, da hilft nur der Blick in den Stammbaum.

Eine einzige Ausnahme gibt es noch (s.o.): Das Himalaya. Das caca, das nicht nur die unterste Schicht weiß macht sondern auch noch fast die gesamte zweite Schicht zu weiß aufhellt, macht ja auch die Augen vom Himalaya pink. Und zwar egal, ob es ein pechschwarz-Himalaya mit P ist oder ein slateblue-Himalaya mit pr ist oder ein beige-Himalaya mit pp. Diese Augen sind beim Himalaya  immer pink. . Wenn ein Himalaya nun zufälligerweise ee ist, also die Himalayaabzeichen auch noch komplett verdrängt werden, dann ist es echt schwierig herauszufinden, warum nun diesese Schweinchen pinke Augen hat. wegen pp oder wegen caca oder sogar beides? Man könnte vielleicht noch am Hautpigment oder an den Krallen ausmachen, welche Farbe da verdrängt wurde, aber ehrlich: ich könnt mir vorstellen, daß das schwierig ist. Wer solche Schweinchen kennt, bitte melden!

 

 

P macht unverdünntes schwarz bzw. schoko und dunkle Augen (unten)

pr macht leicht verdünntes slate bzw. coffee und Rubinaugen (rechts)

pp macht stark verdünntes lilac bzw. beige und pinke Augen (oben)

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Rn = Schimmelfaktor

Rn wie : bist Du ein Roan (engl. für Schimmel) ?

Dominanzfolge:

RnRn = Lethalbabys, nicht lebensfähige, mißgebildete Babys!

Rnrn = Schimmel/Dalmatiner

rnrn = kein Schimmel/Dalmatiner

Schimmelzucht ist ja so ein Ding für sich, wie man gleich lesen kann, darf man auf gar keinen Fall riskieren, eine Verpaarung zu setzen, in der die Babys reinerbig RnRn werden, also zwei Rn-Faktoren von ihren Eltern erben könnten, denn diese Babys werden mißgebildet, was nicht nur Quälerei ist, sondern auch verboten. Ein Schweinchen ist bereits dann optisch ein Schimmel, wenn es ein groß Rn hat. Tiere, die die optisch kein Schimmel sind, sind immer rnrn und können auch kein Schimmel vererben. Allerdings können auch nur wenige weiße Haare ein Indiz sein, daß ein Tier ein Schimmel ist (!). Nicht alle Schimmel zeigen am ganzen Körper Schimmelzeichnung, erst die Selektion durch Züchter festigt eine gute Schimmelzeichnung, daher ist bei weißen Haaren am Schwein, wenn man die Abstammung nicht kennt immer angeraten, ihn als potentiellen Schimmel anzusehen.

Rn zieht Farbe aus ansich gefärbten Haaren raus, hat man also ein eigentlich einfarbig schwarzes Schweinchen, dann saugt Rn aus vielen  Haaren die Farbe wieder raus, so daß sie weiß werden. Dadurch ergibt sich dann ein Schwarzschimmel/dalmatiner, bei dem schwarze und weiße Haare über den ganzen Körper verteilt sind. Hat man ein z.B. schwarz-rot-geschecktes Schweinchen, dann zieht Rn sowohl aus den schwarzen als auch den roten die Farbe raus und es ergibt sich ein Buntschimmeldalmatiner.

Schimmel und Dalmatiner macht genetisch der gleiche Faktor! Rnrn ist also entweder ein Schimmel oder ein Dalmatiner. Schimmel sind dahingehend selektiert, daß die Farbe gleichmäßig über den ganzen Körper entzogen wird, nur nicht am Kopf und an den Beinen, die bleiben dunkel. Dalmatiner sind so  selektiert, daß die Farbe so entzogen wird, daß überal auf dem Körper dunkle Punkte stehen bleiben, Kopf und Beine bleiben auch hier dunkel, allerdings soll der Kopf eine Blesse zeigen, die ebenfalls durch den Rn-Faktor geschaffen wird, nicht durch Weißscheckung. Manchmal istr die Grenze zwischen Dalmatiner und Schimmel sehr fließend, Ziel istr natürlichg eine klare Zeichnung, die eindeutig schimmel oder Dalmatiner zuzuordnen ist.

Da die farbentzogenen Haare bei Schimmel weiß werden, ist es gefährlich, noch andere Faktoren in diese Schweichen zu ziehen, die ebenfalls ein weiß in den Haaren bewirken, Das meint sowohl Weißscheckung  als auch alle c-Faktoren, die "weiß" statt "rot" auf der untersten Lage bewirken können. Denn nachher kann man am Haar selbst nicht erkennen, ob es nun durch Schimmelung weiß geworden ist oder durch Weißscheckung oder durch eine kleine c-Kombi. Es könnte also theoretisch jedes weiße Haar an einem Schwein ein Schimmelhaar sein. Um nicht zu riskieren, daß so ein "unerkannter" Schimmel mit einem anderen "unerkannten" Schimmel verpaart wird, sind Weißscheckung und kleine c-Faktoren absolut inakzeptabel in einer Schimmelzucht.

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S = Weißscheckung

S wie : trägst Du ein Sahnehäubchen?

Dominanzfolge:

S = keine Weißscheckung

s = Weißscheckung

So, letzte Buchstabe. S ist die Weißscheckung, die sich als letzte Schicht auf unser Schweinlein von oben drauflegt.

Groß S ist ohne Weißscheckung, diese Schweine sind also entweder einfarbig, z.B. schwarz, schoko, buff, gold ect., oder sie können natürlich auch gescheckt sein und zeigen sich dann z.B. in schwarz-rot, schoko-gold oder sepia-creme. Auch ein Schweinchen mit Ss zeigt keine Weißscheckung, trägt sie aber. Es gibt sogar schwarz/schoko-weiße Schweinchen, die keine Weißscheckung haben, Dies sind dann Schweinchen , deren unterste Lage weiß ich und die gescheckt sind, so wie eben z.B. gute Magpies keine Weißscheckung haben und trotzdem Weiße Farbfelder zeigen (durch weiß gewordenen Rotscheckung).

Ein Schweinchen mit ss hat immer Weißscheckung, Da ss reinerbig ist, wird so ein Schweinchen auch immer ein klein s weitervererben.

Wie oben schon geschrieben, gibt es verschiedenen "Körperregionen-Faktoren" bei Weißscheckung, wer kennt das nicht, daß sich in einer Linie z.B. immer wieder Blessen durchsetzen. Oder denkt man an die Holländerzeichnung, wo das Schweinchen immer Blesse trägt und eine weiße Halskrause dazu, oder die American Crested, die immer weiß in der Krone zeigen und zwar nur da. Sowas kan man also durch Selektion beeinflussen.

Wichtig zu wissen bei Weißscheckung ist, daß sie sich unter Umständen über andere Farbfelder komplett drüberlegen kann, wenn man Pech hat. Meine Izabela z.B. aus dem I-Wurf ist gefallen aus schoko-buff-weiß x beige-safran-weiß, ich zeig Euch gleich, wie man das ausrechnet, jedenfalls hätte nur schoko-buff-weiß oder buff-weiß fallen können, also ep oder ee, gefallen ist aber schoko-weiß. Dieses schoko-weiß war eine Mogelpackung, irgendwo wird Izabela einen Flecken buff gehabt haben, muß ja nicht groß gewesen sein. Jedenfalls wurde er offenbar unter der Weißscheckung komplett begraben. In den Stammbaum hätte man trotzdem schreiben müssen: schoko-(buff)-weiß und keinesfalls schoko-weiß, denn das hätte impliziert, daß sie groß E hat, sie hatte aber ep, also Scheckung. Fragt sich halt  nur wo...

Außerdem macht Weißscheckung nicht nur das Fell weiß, sondern auch die Haut und die Krallen. Ich hab mal da unten ein schönes Bild für Euch :-) . Übrigens, wenn sich die Weißscheckung genau über dunkle Augen legt, dann macht sie die Augen blau, das sind dann die berühmten b.e. , danke Kimberly für das Blauaugenbild.

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Die Anwendung

 

So,  jetzt gehts ans Eingemachte, die schöne Theorie kommt jetzt zur praktischen Umsetzung.

Der erste Schritt ist, daß man sich erstmal einen Stammbaum plus das dazugehörige Tier vorknöpft und mal versucht, für das Tier eine Genformel zu erstellen. Das ist eine gute Übung, und man kann das für jedes Tier machen, das einem unter die Finger kommt. Verzweifelt nicht, wenn ihr manches nicht herausbekommt, bei vielen Tieren kann man nicht jeden der 14 Buchstaben wissen, das ist ganz normal. Manchen Buchstaben kommt man erst durch Testverpaarungen auf  die Schliche, wenn sich Trägertiere entlarven. Ebenso kann es Euch passieren, wenn ihr demnächst richtig fit seid, daß ihr div. Fehler in Euren Stammbäumen findet. Seid nicht böse drum. Das sagt nichts über die Qualität der Zucht.

Fangen wir mit etwas einfachem an. Ich nehme mal Ivanka, weil sie viele verschiedene Faktoren hat, denen man aber allen auf die Schliche kommen kann. Das ist Ivanka:

 

Ivanka ist schokobuffagouti-buff-weiß

Ivankas Mutter ist grauagouti-buff-weiß

Ivankas Vater ist schoko-buff-weiß              

So, wir gehen einfach nach dem Alphabet:

Ivanka ist offensichtlich ein Agouti, also hat die ein groß A, das sie von ihrer Mutter geerbt hat, denn die war auch ein Agouti. Von Ihrem Vater kann sie nur ein klein a geerbt haben, denn der war sichtlich kein Agouti. Ivanka ist also Aa.

Ivanka zeigt eine Farbe der Schokoreihe (hier schoko-buff-agouti) , das macht bb .

Ivanka zeigt die Farbe buff, buff ist immer cdcd, wäre das auch schon geklärt.

Ivanka zeigt Rotscheckung und ist also ep. Jetzt sieht man von außen noch nicht, ob sie reinerbig epep ist oder ob sie vielleicht auch epe ist, was theoretisch ja sein kann. Nun hat Ivanka in ihrem ersten Wurf aber ein safran-weißes Mädchen gebracht. Da ein Schweinchen, das nur eine Farbe der Rotreihe zeigt, beim E-Faktor die Formel ee hat, muß Ivanka ihrer Tochter ein klein e vererbt haben, demnach muß Ivanka also epe sein.    

Ivanka ist unverdünnt Schoko (bzw. schokobuffagouti),  muß also P sein. Wäre die Frage, ob sie reinerbig PP ist oder vieleicht auch Ppr oder Pp . Eben habt ihr schon gelesen, daß sie ein safran-weißes Mädchen gebracht hat, und in ihrem zweiten Wurf übrigens einen beige-safran-weißen Jungen, also muß sie ihren Kindern in diesen Fällen ein klein p vererbt haben. Ivanka ist demnach Pp.                  

Ivanka zeigt weiße Haare. Das könnten u.U. auch weiße Haare durch Schimmelung sein. Am Tier selbst kann man das nicht unterscheiden. Der einzige Grund, warum ich weiß, daß Ivanka kein Schimmel und damit rnrn ist, daß sie aus einer verantwortungsvollen Zucht kommt (wink zu Kevin), bei der keine Schimmel in Tiere mit Weißscheckung gezogen werden.

Ivanka zeigt weiße Haare, die nicht von Schimmelung kommen. Sie kommen auch nicht durch c-Faktoren, die rot zu weiß verwandeln könnnte, denn Ivanka zeigt bereits eine C-Farbe, nämlich buff, und somit sind diese weißen Haare ihre Weißscheckung. Ivanka hat ss.

Damit lautet die komplette entschlüsselte Formel für Ivanka:

Aa bb cdcd epe Pp rnrn ss

Das sind die Faktoren, die sie vererben kann, von jedem Pärchen kann sie bei einer Verpaarung einen Buchstaben weitergeben, welchen davon sie weitergibt, das kann man nicht vorhersagen. *Lotto*

 

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Noch ein Beispiel: Paparazzi

 

 

Paparazzi ist goldagouti-weiß

Paparazzis Mutter war silberagouti-weiß

Paparazzis Vater war schwarz-weiß

Auch hier hangeln wir uns wieder am Alphabet lang:

Paparazzi ist ein agouti - offensichtlich. Er hat also ein groß A. Das Agouti hat er von seiner Mutter geerbt, denn sein Vater war kein Agouti, da kann er es nicht her haben. Sein Vater war schwarz, also hat er von ihm ein a bekommen. Paparazzi hat also Aa.

Paparazzi ist schwarz. Also klar, er ist goldagouti, aber das Haar ansich ist rot mit schwarz, er gehört also zur Schwarzreihe und ist groß B. Ob er nun reinerbig BB ist oder Bb, kann man nicht sehen, nur vermuten. Da auch in seinen weiteren Ahnen nur schwarze Tiere zu finden sind, kann man sich recht sicher sein, aber eben nicht100%. Darum schreibt man hier nun B* . Ich bin mir allerdings 99,9% sicher, daß er BB ist, denn auch in einer Verpaarung mit schoko hat er nur schwarze Babys gebracht, also schreibe ich mir das zweite B in Klammern B*(B) .

Paparazzi ist auf der untersten Lage rot bzw. gold, denn das ist die Farbe, die durch das Ticking blitzt, auch sein Bauch ist rot, also hat er ein C. Gucken wir zu seiner Abstammung, dann sehen wir, daß seine Mutter eine silberagouti war, die hat also eine weiße Farbe "drunter" getragen, vermutlich ein crcr- oder ein crca-weiß. Sie kann also kein C vererbt haben. Das hat Paparazzi somit von seinem Vater. Bei dem sieht man zwar keine dritte Farbe, aber sie lag unter dem schwarz, das wissen wir nun. Von seiner Mutter kann Paparazzi nur ein cr (wahrscheinlich) oder ggf. auch ein ca geerbt haben.  Da ich die Mutter nicht kenne und nicht weiß, ob sie Brille trug und verwaschen war und damit ggf. ein silberagouti-sable, was für crca spräche, kann ich es nicht 100% wissen und schreibe Ccr/ca. Bei der Zucht, aus der er stammt, bin ich mir aber sehr sicher, daß die Mutter "sauberes" crcr war.

Paparazzi zeigt keine Scheckung. Er ist nur goldagouti-weiß. Also hat er E. Ob er EE oder Eep oder Ee ist, kann man nicht sehen und kann man auch von der Abstammung her nicht sehen, denn seine Eltern waren auch beide nicht gescheckt oder ee, also niemand weiß, ob er ep oder e von ihnenhätte erben können. Paparazzi hat hier mit gescheckten Damen trotzdem ungescheckte E-Kinder gebracht, und zwar in drei Würfen. Das ist ein ziemlich gutes Indiz, daß er reinerbig EE ist. Daher schreibe ich ihm E*(E) auf.

Papazazzi ist unverdünnt schwarz, also auf jeden Fall P. Auch hier wieder die Frage: Ist er PP oder Ppr oder Pp. Zumindest hat er mit drei pp-Sauen nur schwarze Pp Kinder gebracht, das legt nun wirklich nahe, daß er reinerbig PP ist, aber wir wissens nicht 100%, also P*(P) .

Paparazzi ist kein Schimmel. Er hat zwar weiß, aber auch hier: er stammt aus einer super Zucht, da wird nicht gepfuscht, also ist er rnrn .

Papazazzi hat weiß. Dieses weiß stammt weder von Schimmelung (s.o), noch von der untersten Schicht, denn die ist bei ihm rot, also hat er normale Weißscheckung, hier ss.

Paparazzis vollständige, korrekte  Formel lautet:

Aa B* Ccr/ca E* P* rnrn ss

Paparazzis ziemlich höchstwahrscheinliche Formel lautet:

Aa BB Ccr EE PP rnrn ss

Wenn ich jetzt für Paparazzi etwas ausrechnen wollen würde, dann würde ich die untere Formel nehmen, denn er hat soweit gezeigt, was er vererbt. Daß u.U. noch Unsicherheiten in der Formel sind, nehm ich hin, was anderes bleibt einem eh nicht übrig.

 

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Das Ausrechnen

So, jetzt wollen wir wissen, was passiert, wenn man Sau A und Bock B zusammen setzt. In der Regel verfolgt man ja ein Zuchtziel und setzt nicht zwei völlig unterschiedliche Tiere zusammen. Man muß also in den seltensten Fällen alle sieben  Teile ausrechnen, die meisten Zuchtpartner werden sich in vielen Faktoren schon ähneln. Zum Ausrechnen brauchen wir ein TicTacToe-Kästchen, wie ich oben schon angedeutet habe. So eins:

Man rechnet jetzt jeden Faktor einzeln aus, bei dem die Eltern nicht gleich und reinerbig sind. In die obere Zeile kommen die beiden Buchstaben des Vaters, in die beiden linken Kästchen kommen die beiden Buchstaben der Mutter. Die vier verbleibenden leeren Kästchen stehen für theoretische vier Babys, die geboren werden können. Jetzt nehmen wir zur Übung  mal an, daß ich Ivanka und Paparazzi verpaare. Einfach mal als Gedankenspiel. Ich möchte jetzt als erstes ausrechnen, ob die beiden mir Agoutibabys bringen werden. Beide sind Agoutis, also müssten sie ja auch Agoutibabys machen können. In den Formeln haben wir herausgefunden, daß beide jeweils Aa sind, wir fügen die Buchstaben oben bei Vater und links bei Mutter ein:

In den vier "Babykästchen" finden sich jetzt vier neue Paare zusammen, es rutscht jeweils der darüberliegende Buchstabe des Vaters und der linke Buchstabe der Mutter in diese Kästchen. Als Ergebnis haben wir ein Baby mit AA, zwei Babys mit Aa und ein Baby mit aa. Drei der Babys sind also agouti eines davon ist sogar reinerbig, aber man sieht natürlich von außen nicht welches. Ein Baby ist nonagouti. Jetzt gucken wir schnell zu E, Paparazzi hatte EE und Ivanka hatte epe:

Alle vier theorietischen Kinder würden die zweite Farbschicht vollständig zeigen und hätten keine Scheckung, würden aber in weiteren Verpaarungen durchaus ep oder e vererben können. Also sieht man bei allen drei Agouti-Babys eine Agouti-Farbe  im Fell. Das aa Baby wäre dann nur schwarz ohne agouti.

Wir haben drei hübsche Agoutikinder, aber was für Agouti? In welcher Farbe? Dazu rechnen wir jetzt aus, welche Farbe der Schwarz- bzw. Schokoreihe die Babys haben können und welche Farbe der Rotreihe, die dann durch das Ticking blinzelt. Erstmal gucken, ob die Kinder Schwarzreihe werden oder Schokoreihe. Paparazzi ist BB, Ivanka ist bb. das ist simpel:

Das war einfach, alle vier Babys werden Bb, gehören also zur Schwarzreihe, tragen aber schoko, das sie ggf. später selbst vererben können. Sie gehören zur Schwarzreihe, jetzt gucken wir, ob sie auch schwarz sind oder eine Verdünnung davon (okay, ich hab oben schon erwähnt, daß sie schwarz werden) . Paparazzi ist PP, Ivanka ist Pp:

 So, alle vier Kinder haben ein groß P, zeigen also unverdünntes Schwarz bzw. ein Agouti mit schwarz. Zwei Kinder können später theoretisch das kleine p vererben (wenn das man so leicht wär.....) . Nun gucken wir noch, welche Farbe durch das Ticking leuchtet, das wird spannend. Paparazzi hat Ccr und Ivanka hat cdcd:

So, zwei Babys haben Ccd und sind damit untendrunter rot. Mit agouti zusammen ergibt das goldagouti. Zwei Babys haben cdcr, das ist creme. Diese Babys wären also lemonagouti, auch schick. Das eine Baby, das kein agouti zeigt, hat dennoch untendrunter eine dieser Farben, rot oder creme, aber da man es nicht sieht, kann man nur orakeln. Später, wenn das Baby größer ist, kann man vermuten, daß es, wenn es ein cdcr ist, ein helleres schwarz zeigt, also eher ein sepia bzw. wenn es Ccd ist, ein normales dunkles schwarz.

Weißscheckung brauch ich Euch nicht im TicTacToe aufzeichnen und Schimmel auch nicht, Paparazzi und Ivanka haben beide ss, also können die Babys nur ss bekommen und haben somit Weißscheckung. Beide Eltern sind keine Schimmel, und somit sind die Babys es auch nicht, also allesamt rnrn.

Jetzt noch mal in Buchstaben. Nicht erschrecken, da kommen echt viele verschiedene Kombinationen bei raus, das ist ja auch der Grund, warum man erstens immer wissen sollte, wie die genetische Formel seiner Zuchtschweinchen aussieht und zweitens dementsprechend mit einem bestimmten Ziel vor Augen verpaaren sollte. Jedenfalls dann, wenn man auf eine bestimmte Farbe hinaus will. Denn wie ihr gleich seht, wären die Babys von Ivanka und Paparazzi wirklich in vielen genetischen Punkten ungleich und könnten untereinander so jede menge Farbe zeugen, wenn man sie untereinander verpaaren würde. Außerdem sieht man den Schweinchen ja optisch gar nicht an, welche von diesen Formeln sie nun wirklich haben, was eine Verpaarungsentscheidung noch schwerer machen würde, denn optisch fallen "nur" drei Sorten Babys:

goldagouti-weiß mit :   AA Bb Ccd Eep PP rnrn ss

oder                                        AA Bb Ccd Ee PP rnrn ss

oder                                       AA Bb Ccd Eep Pp rnrn ss

oder                                       AA Bb Ccd Ee Pp rnrn ss

oder                                       Aa Bb Ccd Eep PP rnrn ss

oder                                       Aa Bb Ccd Eep Pp rnrn ss

oder                                       Aa Bb Ccd Ee PP rnrn ss

oder                                       Aa Bb Ccd Ee Pp rnrn ss

lemonagouti-weiß mit: AA Bb cdcr Eep PP rnrn ss

oder                                       AA Bb cdcr Ee PP rnrn ss

oder                                       AA Bb cdcr Eep Pp rnrn ss

oder                                       AA Bb cdcr Ee Pp rnrn ss

oder                                       Aa Bb cdcr Eep PP rnrn ss

oder                                       Aa Bb cdcr Ee PP rnrn ss

oder                                       Aa Bb cdcr Eep Pp rnrn ss

oder                                       AA Bb cdcr Ee Pp rnrn ss

schwarz-weiß mit:      aa Bb Ccd Eep PP rnrn ss

oder                                      aa Bb Ccd Ee PP rnrn ss

oder                                      aa Bb Ccd Eep Pp rnrn ss

oder                                      aa Bb Ccd Ee Pp rnrn ss

oder                                      aa Bb cdcr Eep PP rnrn ss

oder                                      aa Bb cdcr Ee PP rnrn ss

oder                                      aa Bb cdcr Eep Pp rnrn ss

oder                                      aa Bb cdcr Ee Pp rnrn ss

 Hossa. Das ist übel......also nicht nur, daß viele dieser Kombinationen züchterisch wenig Sinn machen (höchstens für so verzweifelte Sonderfarbenzüchter wie mich*lol*) es sind auch einfach unerhört viele. Es würden zwar optisch nur drei Sorten Babys fallen, goldagouti-weiß, lemonagouti-weiß und schwarz-weiß, aber man sieht diesen Kindern nicht an, welche der 8 Formeln sie in sich tragen. Reine Lotterie. Ich wollts der Vollständigkeit einmal gezeigt haben, ich hoffe, es verwirrt Euch jetzt nicht so sehr. Ich hab gleich mal die Schrift kleiner gemacht...

Aber so gehts: Formel der Eltern bestimmen und dann Buchstabe für Buchstabe in den TicTacToe-Kästchen die möglichen Babys ausrechnen. Ich denke, das mit den TicTacToe-Kästchen ist idiotensicher, wenn man erstmal die Formeln der Eltern raus hat. Dafür hierzu noch ein paar...

 

 

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Übungen

Der größere Knackpunkt ist wohl, die Formeln der Eltern richtig rauszufinden. Ich präsentiere Euch mal ein Schweinchen und ihr dürft es selbst errätseln, wie die Formel dazu ist. Ich nehme........Franz:

 

 

 

Franz ist beige-gold-weiß

Franz Mutter ist schoko-buff-weiß

Franz Vater ist gold-weiß

Franz zeigt kein agouti, er zeigt eine Farbe, in der man das agouti sehen können müsste, aber da ist nix. Sein A-Faktor lautet : aa

Das beige von Franz gehört zur Schoko -Reihe, Franz B-Faktor heißt: bb

Franzis Farbe der Rotreihe ist gold, also hat er schon mal ein C, seine Mutter ist buff, also muß er von ihr ein cd geerbt haben und ist im C-Faktor : Ccd

Franz ist gescheckt, er hat also ep, sein Vater ist rot-weiß, er war also ee und kann Franz nur ein e mitgegeben haben, Franz ist beim E-Faktor:epe

Franz zeigt stark verdünntes schoko, nämlich beige, er ist beim P-Faktor : pp

Franz stammt aus verantwortungsvoller Rassezucht und ist kein unerkannter Schimmel oder Dalmatiner, sein Rn-Faktor lautet: rnrn

Franz hat Weißscheckung, er hat beim S-Faktor : ss

Seine gesamte Formel lautet also : aa bb Ccd epe pp rnrn ss

(wenn ihr den Text markiert, dann seht ihr die Lösungen, aber selber denken macht schlau)

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Noch eins: Gaia

 

 

Gaia ist safran-weiß

Gaias Mutter ist buffagouti-buff-weiß

Gaias Vater ist beige-safran-weiß

 

Gaia zeigt keine Fellfarbe der Schoko- oder Schwarz-Reihe, an der man ein Agouti erkennen könnte. Allerdings ist ihre Mutter ein Agouti und könnte ihr theoretisch ein A vererbt haben. Ihre Mutter haben wir oben schon kennengelernt: Ivanka. Ivanka hatte Aa, sie kann also Gaia ein A oder ein a vererbt haben, sehen kann man das aber an Gaia selbst nicht. Gaias Vater ist nonagouti, von ihm hat sie ein a geerbt. Ihr A-Faktor lautet deswegen: *(A/a)a

Gaia ist aus zwei Tieren der Schoko-Reihe gefallen, darum muß ihr B-Faktor bb lauten.

Gaia zeigt schönes safran, ihr C-Faktor ist daher : cdcd. Gaias Eltern haben ebenfalls beide nur cdcd, sie hätte also gar keine andere Farbe der Rotreihe kriegen können.

Gaia ist safran-weiß, sie zeigt also nur die unterste Farbschicht ( plus Weißscheckung), ihr E-Faktor lautet daher: ee. Da beide Eltern gescheckt sind, kann man übrigens auch direkt rückfolgern, daß die Formel der Eltern jeweils epe ist, weil Gaia von jedem ein e geerbt haben muß. Ganz theoretisch könnte es sein, daß Gaia beige-safran-weiß ist und daß die Weißscheckung genau über dem beige liegt. Das wäre nicht unmöglich. Allerdings sieht sie aus wie ihre Oma väterlicherseits, und ich weiß, daß in beiden Linien e drinsteckt, daher ist es für mich bewiesen, daß sie safran-weiß ist. Íhr seht, es schadet nicht, die Linien zu kennen.

Gaia hat pinke Augen, ihre "verdrängte" Farbe der Schoko-Reihe ist also stark verdünnt, ihr P-Faktor lautet: pp

Gaia ist kein Schimmel, kommt sie doch aus einer seriösen Zucht ;-), sie hat also : rnrn

Gaias weißes Fell kommt weder von Schimmelung noch von einem C-Faktor, denn da zeigt sie ja bereits safran, sie hat also def. Weißscheckung mit dem Faktor : ss

Gaias vollständige Formel lautet: * (A/a)a bb cdcd ee pp rnrn ss

(auch hier findet ihr die Lösungen durch markieren)

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Okay, weils so viel Spaß macht, hier noch eine :-),  Pretty Please:

 

 Pretty ist goldagouti-rot-weiß

Prettys Vater war schoko-gold-weiß

Prettys Mutter : Farbe unbekannt

(ja, sowas kommt auch mal vor, wenn               Zucht(!)tiere nicht aus D kommen)

 

Pretty ist ein Agouti, also hat sie A. Da ihr Vater definitiv kein Agouti hatte, muß sie das Agouti von ihrer Mutter geerbt haben, die wir nicht kennen. Von ihrem Vater kann Pretty nur ein klein a geerbt haben, also ich sie beim A-Faktor : Aa  . Dazu kann ich gleich mal sagen, daß sie in zwei Würfen mit nonagouti Partnern bisher trotzdem reihenweise Agouti-Babys gebracht hat, jedes Baby, das in Fell hätte agouti zeigen können, hat es auch gezeigt, obwohl sie ja auch klein a hätte vererben können. Statistik ist also oft auch Sache für die Katz. Darum nützt es auch überhaupt nichts auszurechen, ob die Chance für ein bestimmtes Baby nun 14,7% oder 23,4% beträgt, es genügt zu wissen, daß eine Chance besteht. Mir jedenfalls.

Pretty gehört mit ihrem goldagouti zur Schwarz -Reihe. Sie hat also ein groß B. Das muß sie ebenfalls von ihrer Mutter geerbt haben, denn vom Vater kann sie nur ein klein b bekommen haben, sie ist beim B-Faktor also : Bb .

Pretty zeigt gold/rot, also ist sie C. Was dahinter steht, sieht man ihr nicht an. Sie hat aber in zwei Würfen mit jeweils einem cdcd Partner nur Babys gebracht, die gold/rot gezeigt haben. Das legt relativ nahe, daß sie reinerbig CC ist. Ich schreibe ihr daher beim C-Faktor auf : C*(C) .

Pretty ist gescheckt, sie zeigt goldagouti und rot. Sie hat also ep . Da sie mir schon zwei gold-weiße Babys gebracht hat, muß sie an diese ja ein klein e vererbt haben, daher hat sie beim E-Faktor : epe .

Prettys schwarz vom goldagouti ist nicht verdünnt, sie hat also  groß P . Da sie mir zweimal in Verpaarung mit einem pp Partner keinerlei verdünnte Kinder gebracht hat, stufe ich sie erstmal als relativ sicher reinerbig ein und gebe ihr beim P-Faktor P*(P)

Kein Schimmel kennt ihr schon, also : rnrn

Pretty zeigt Weißscheckung, also hat sie : ss

Die gesamte Formel lautet: Aa Bb C*(C) epe P*(P) rnrn ss

(markieren, wisst ihr ja, aber erst nachdenken, dann nachschauen)

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Hilfe, mir ist da was gefallen........

Blöd. Ansich ist das ja dann oft der Grund, warum man sich näher mit Farbgenetik befasst, nämlich dann, wenns brennt, wenn in einer Verpaarung irgendwas gefallen ist, womit man gar nicht gerechnet hat. Und man weiß nun nicht, kann ich damit trotzdem für mein Farbziel weitermachen oder nicht? Blöd, weil dieser Abschnitt nun hier ganz unten als letztes steht, obwohl er doch manchmal das erste ist, was man wissen will: warum fällt das da?

Nun, leider ist es einfach so, daß man um den ganzen Kram da oben nicht drunrumkommt, wenn man wissen will, was so alles in seinen Tieren steckt und was da fallen kann oder warum es fällt. Darum, als Wink mit dem Zaunpfahl: hier unten.  Trotzdem gebe ich Euch hier mal ein  Beispiel und zeige, wie die TicTackToe-Kästchen quasi rückwärts funktionieren. Anastasia:

 

Anastasia ist  lilac-weiß

Anastasias Vater war silberagouti-weiß

Anastasias Mutter war silberagouti-weiß

Ja, da hat die Züchterin damals nicht schlecht gestaunt, als da so ein kleines Rotauge im Nest lag. Aber wie kam das?

Vergleichen wir die beiden Farbformeln, die sich soweit von Anastasias Eltern und von Anastasia selbst herleiten lassen:

Anastasia ist kein agouti, also aa, sie ist aus der Schwarzreihe, also B*, das lilac ist so klar, daß ich stark BB vermute, sie ist aus zwei silberagouti gefallen, die beide crcr waren, also ist sie auch crcr, sie ist einfarbig lilac mit Weißscheckung, also E* und ss (theoretisch könnte sie auch ep sein, denn die Scheckungsfelder wären ja ebenfalls weiß ) und sie zeigt die größtmögliche Verdünnung also pp und ist kein Schimmel, die Formel lautet: aa BB crcr E/ep* pp rnrn ss

Der Stammbaum der Eltern gibt zunächst erstmal nicht weiter her als jede Menge silberagouti-weiß, weiter hinten ist auch mal ein schwarz-weiß, also nonagouti.

Ich schreibe jetzt mal auf, wie ein reinerbiger Silberagouti-weiß  aussehen würde und schreibe Anastasias Formel darunter, dann schauen wir, wo sie sich unterscheiden:

AA BB crcr  EE       PP rnrn ss        reinerbiger Silberagouti

aa  BB crcr  E/ep* pp rnrn ss       Anastasia

Die drei Faktoren, in denen ein Unterschied besteht sind A, E und P, wobei E grad zu vernachlässigen ist, weil er für die Optik von silberagouti-weiß und lilac-weiß jetzt keinen Unterschied macht. Ich gehe aber stark davon aus, daß Anastasia EE ist. Gut, gucken wir zu A und P, dazu machen wir TicTacToe rückwärts:

Beide Eltern müssen ein groß A haben für agouti, da sie ja offensichtlich Agoutis sind, Anastasia hat zwei kleine a, beide Eltern müssen also jeweils nonagouti getragen haben und können auch in  folgenden Verpaarungen mit anderen Partnern, die aa sind oder a tragen, Nonagoutibabys bringen. Anastasia hingegen wird nie Agouti vererben, auch wenn ihre beide Eltern silberagouti waren. Da müsste schon ihr Partner wieder das groß A mitbringen. P:

Anastasia ist pp, weil sie stark aufgehellt ist, von schwarz zu lilac. Die Eltern waren beide Silberagouti, sprich schwarz-weiß-agouti, also hatten sie mindestens ein großes P. Sie müssen Anastasia jeweils ein klein p vererbt haben, waren also selbst Pp. Die Elten können untereinander oder mit anderen p-Trägern wieder Lilac zeugen, Anastasia hingegen kann zwar mit einem anderen Silberagouti-Partner wieder silberagouti bringen, jedoch wird sie von ihrer Seite immer das klein p und auch das klein a vererben. Alle ihre Kinder werden also Lilacträger und Nonagoutiträger.

Die Formel der Eltern lautet also: Aa BB crcr E/ep* Pp rnrn ss

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FAQ

1. Was ist reinerbig? Reinerbig sind Tiere auf den Faktoren, bei denen die Buchstaben doppelt vorkommen, z.B. AA, BB, pp, ss ect. Reinerbige Tiere können also immer nur denselben einen Buchstaben vererben, das macht viele Verpaarungen einfach.

2. Was ist mischerbig? Mischerbig ist ein Tier auf Faktoren, bei denen es zwei verschiedenen Buchstaben hat. Manchmal sieht man nur den "dominanten" Buchstaben, z.B. bei Pp, manchmal sieht man beide Buchstaben, z.B. bei cdcr, also creme. Creme ist immer mischerbig.

3. Was ist ein Träger? Ein Träger ist ein Tier, daß zwei verschiedene Buchstaben einer Sorte hat und man optisch nur den dominanteren Faktor sehen kann. Den zweiten kleineren Buchstaben kann es dennoch genauso vererben wie den dominanten. Beispiel: Ss, das Tier hat optisch keine Weißscheckung, kann sie jedoch vererben. Trägertiere sind mischerbig.

2. Was sind Vollfarben? So nennt man die jeweils dominante Ausführung der Faktoren B, C und P, also ein Schweinchen, das schwarz (mit E), schwarz-rot (mit ep) oder rot ((mit ee) ist. Vollfarbenzüchter wünschen sich diese drei Faktoren reinerbig, also BB CC PP.

5. Wo ist der Unterschied zwischen rot und gold? Rot und gold sind beide groß C, rot hat jedoch schwarzes Pigment, also BB PP und gold hat schoko Pigment bb PP. Tritt C in anderen Kombinationen wie slate, coffe, lilac oder gold auf, heißt es immer gold. Gold ist etwas oranger als rot.

6. Wofür stehen die * Sterne? Die Sterne sind Platzhalter. Jeder Buchstabe tritt pärchenweise auf, allerdings kommt man manchmal selbst durch gute Stammbaumanalyse oder durch den Phänotyp des Schweinchens ansich nicht auf den zweiten Buchstaben, manchmal sogar nichtmal auf das ganze Pärchen. Z.B. : wir haben ein schwarzes Schweinchen mit Weißscheckung. Wie soll man wissen, welche unterste Schicht es hat? Man kann durch das schwarz ja nicht hindurch sehen, und wenn der Stammbaum nichts hergibt, dann schreibt man lieber ehrliche Sternchen. Allerdings könnte man bei einem schwarz-weißen schon mal Himalaya  und Marder ausschließen, das würde man am Schwarz erkennen. Das Schweinchen hätte also zumindest kein ca. Man würde dann die optionalen oder stark vermuteten Faktoren in Klammern schreiben, in diesem Fall: aa   B*   **(C/cd/cr)   E*   P'*   rnrn   ss

7. Warum fallen Farben manchmal so unterschiedlich aus?  Farben sind manchmal kräftiger und intensiver und manchmal heller und fader. Das kann verschiedene Gründe haben: Einmal können Trägereigenschaften dafür verantwortlich sein, z.B. kleine c's oder kleine p's, die hellen das gesamte Schwein gern mal mit auf. Außerdem gibt es (mindestens) einen Faktor, der bestimmt, wie viele Pigmente ein Schweinchen pro Haar hat, und die mit weniger Pigmenten pro Haar sind dementsprechend weniger intensiv gefärbt. Im  Langhaar hellt jede Farbe etwas auf, da sich die Pigmente ja auch mehr cm Haar verteilen müssen. Hier hat man also doppelt schwer zu kämpfen, um farbintensive Schweine zu ziehen.

9. Der Stammbaum stimmt nicht. Ihr habt eine Schweinchenformel ausgrerechnet und das Schwein passt nicht zum Stammbaum? Ja, kommt, vor und auch nicht selten. Farbgenetik via Internet gibt es noch nicht lange, darum wurden früher viele Stammbäume per Auge geschrieben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß dies besonders bei Sonderfarben eine never ending Story ist, aber je fitter ihr selbst seid, umso sicherer könnt ihr die Stammbäume korrekt weiterführen.

10. Woher weiß ich, welche Trägereigenschaften mein Zuchtschwein hat? Selbst wenn der Stammbaum augenscheinlich völlig homogen ist und immer nur dieselben Farben verpaart wurden, können trotzdem versteckte Trägereigenschaften lauern, die längste "mitgeschleppte" Trägereigenschaft, von der ich gehört habe, war nach 7 Jahren Linienzucht aufgetreten (!!!). Es kann sich aber immer nur hinter einem "dominanten" Buchstaben, also das sind die Großbuchstaben sowie ar, at, ep und pr, ein kleinerer Buchstabe anhängen, nie umgekehrt. Da wir aber pro Faktor nur zwei Buchstaben haben, kann sich zumindest immer nur ein "unbekannter" einschleichen, ein schwarzes Tier (P*) kann  also nicht slateblue (pr) und lilac (p) tragen, das wäre dann ja P pr p, sondern allenfalls eines von beidem. Trägereigenschaften, die man vom Stammbaum nicht herleiten kann, kann man nur herausfinden, wenn mal ein Ü-Ei fällt oder man gezielte Testverpaarungen setzt.

 

Copyright liegt bei Earthy Rainbows / Jennifer Pulte 

 

 

 

 

 

 

Earthy Rainbow's Peruaner


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